My Mom is a Good German

29 Juni 2019 - 26 Juli 2019



„My Mom is a Good German“ ist der zentrale Satz einer außergewöhnlichen Geschichte, die sich um die Bemühungen zu Verstehen und dem Missverstehen handelt, und der Sehnsucht diesen Kreislauf zu durchbrechen. Die Wege dorthin führen von Taipei und Bonn über Chicago in ein Dorf im mittleren Westen der USA, streifen Jimmy Carter, schlängeln sich von dort zurück nach Taipei, um schließlich jetzt München zu erreichen.

Die taiwanesische Künstlerin Huang Li-Hui (geb. 1979) erzählt vom 29. Juni an diese Geschichte im Apartment der Kunst.

Erzählt wird von Ursula (Ende des Krieges aus dem Osten geflohen ins Rheinland), die in den 50er Jahren im Teenageralter von Bonn in die USA aufbricht. Ursula lernt ihren amerikanischen Mann kennen, und Mitte der 60iger Jahre kommt John zur Welt. Sie leben als amerikanische Vorzeigefamilie im mittleren Westen der Staaten und machen alles „richtig“. Mitte der 70iger schreibt Ursula an Jimmy Carter, wie entrüstet Sie über seine bedingungslose Entschuldigung gegenüber den Vietnamesen sei, denn Sie wisse, was es heißt vor den Kommunisten davonzulaufen. Dennoch: der kleine John muß anderen und manchmal auch sich selbst immer wieder vergewissern: „My Mom is a Good German“, weil, dass 20 Jahre nach dem Krieg, in den Staaten, immer noch nicht wirklich jeder glauben will.

Szenenwechsel: 40er Jahre; Taipei: Ying-wu, Vater von Li-Hui wird geboren. Er wächst als Bauernkind unter den autoritären Strukturen des Chiang Kai-Check in Taiwan heran. Während des Lehramtsstudiums kommt er mit verbotener sozialistischer Literatur in Berührung und wird schließlich glühender Kommunist. Im Taiwan der 60iger und 70iger Jahre bedeutet das: Gefängnis, Zwangsarbeit, Folter, etc…... Nach achteinhalb Jahren darf er das Gefängnis verlassen und die Tochter Li-Hui wird 1979 geboren. Auch die kleine Li-Hui muß während ihres Heranwachsens anderen und manchmal auch sich selbst immer wieder vergewissern, dass ihr Vater kein schlechter Mensch ist, nur weil er im Gefängnis war.

Zeitsprung: 2010: Li-Hui kommt nach Chicago um Kunst zu studieren. Die inzwischen große Li-hui trifft dort den inzwischen großen John. Sie werden ein Paar und heiraten. Es kommt zur Begegnung von Ursula und Li-Hui´s Vater Ying-Wu. Naturgemäß allem skeptisch gegenüber, was für ihn den amerikanischen Imperialismus verkörpert, ist er doch höflich und sagt freundlich:“ „You Germans are very good . You have Marx and Engels.“

......... ….......Diesen Satz wird Li-Hui nicht übersetzen.....

Ausgehend von ihren den persönlichen Wegen, von Irrungen und Wirrungen ihres Lebens, inszeniert und illustriert Huang Li-Hui In ihrer Ausstellung „My Mom is a Good German“ im Apartment der Kunst die Komplexen Strukturen, Beziehungen und Grenzen zwischen den Menschen. Ein Parcours des Verstehens und Missverstehens, der Interpretationen und Fehlinterpretationen.

Im Rahmen des Austauschprogramms zwischen Taipei und München, welches von den vier Partnern Apartment der Kunst , Kulturreferat der LH München, TAV(Taipei Artist Village ) und Goethe Institut Taipei betrieben wird, verbringt Huang Li-Hui eine dreimonatige Residenz im Ebenböckhaus der Stadt München.

Huang Li-Hui ist zur Eröffnung anwesend.